La Mujer

17.35 min
Live Performance
Goethe Center, Santa Cruz

Auf einer Reise durch die Chapare Region wird Marcin Zeugin eines tragisches Ereignisses: Eine Frau liegt nackt, ausgestreckt, ermordet auf den Steinen unter einer Brücke Coni von einer Gruppe von Polizisten und Einheimische umzingelt. Während sich Marcin über das traumatische Erlebnis erkundigt, entdeckt sie die inliegende symbolische Kraft. Das Opfer eines Lynchakts, offenbar alltäglich in dieser ländlichen Gegend, wird zum Symbol für eine Gesellschaft, die ihr Mitgefühl verloren hat. In ‘La Mujer’ lässt Marcin das Bild der gefallene Frau in einer Live-Performance aufleben. Eine gigantische Skulptur in Form eines blassen Fraukörpers mit blutigen roten Flecken legt über den Innenhof des Goethe-Center ausgestreckt. Während der Performance steht Marcin auf der oberen, zweiten Ebene, steigt auf ein 13ft (4m) langes, dünnes Holzbrett in 16ft (5m) Höhe und zitiert Abstraktionen von Jelineks "Dornröschen". Der Text deutet auf die Mehrdeutigkeit von Emotionen hin, die von bewussten in unterbewusste und unbewusste Zustände übergehen. Selbst auf einem wackeligen Sprungbrett platziert verkörpert Marcin eine emotionale Verlorenheit, einen traumähnlichen Zustand, wo man anfällig für Risiko ist. Der Beton im Hof unten stellt die Wachheit darstellt. Der physischen Angst vom Stürzen wird durch den meditativen Akt des lauten Lesens ausgewichen, sowie durch die letztendliche Entfesselung zum Sprung. Mit dem Sprung trotzt Marcin der Angst vor dem Tod physisch und begibt sich mit einer Landung auf dem weichen Kissen der Skulptur in die Erdungskraft des Lebens. Diese Geste bezieht sich auf Zizeks Perspektive über die Externalisierung des inneren Lebens. „Das Unbewusste liegt draußen, nicht verborgen in irgendwelchen unergründlichen Tiefen.“ ( Zizek, Die Pest der Fantasie). Mit „La Mujer“ erliegt und überwindet die Künstlerin die symbolische Ordnung von Traum und Wachsein, Leben und Tod. Die Arbeit wurde mit der freundlichen Unterstützung des Goethe-Center Santa Cruz & der Galeria KIOSKO realisiert.