Singing in the rain

4.22 min, HDV
Video/Performance
Park der Bibliothek, Los Angeles

In der magischen Morgenstunde von L.A., erscheint eine Frauenfigur im verlassenen Stadtzentrum, die nichts als ein Kostüm aus hautfarbener Strumpfhose, Unterwäsche und einen handgefertigten BH mit ausgestopften Brüsten trägt. Während sie beginnt den berühmte Tanz von Gene Kelly aus 'Singing in the rain' zu wiederholen, finden seine männlichen Bewegungen Verwirklichung in ihrer Improvisation. Mangels des Regen im Mittelpunkt der ursprünglichen Szene, der als eine Katharsis und Erleichterung dient, verfolgt sie den Tapdance auf den Stufen eines Springbrunnes, schliesslich macht sie einen großen Satz in ein tieferes Wasserbasin.

Die andauernde Bewegung mit der Autonomie eines Kinderspieles oder einer nicht öffentlichen Übung wird durch die starke Anwesenheit von Melancholie begleitet. Die Identität der Person verbergend, reduziert die Nacktheit des Kostüms sie auf die Stereotypie ihres Geschlecht. Im Gegensatz dazu offenbaren ihre plumpen und authentischen Bewegung einen Schönheitsfehler, der Persönlichkeit und Gestalt ofen legt. Das zweideutige Schauspiel von Marcins 'Singing in the rain' kehrt den Vordergrund zu einer unbehaglichen Unterhaltung um.

(Greta Gesenberg, Kuratorin, Berlin)