Jogginggehenmusemassnahme

15.15 min, DV Cam
Video/Film
Genf, Schweiz

Die 'Jogginggehenmusemassnahme' eröffnet mit Kameraschwenks über den Hafen von Genf. Der Blick streift über Szenen alltäglicher Betriebsamkeit, die allerdings in der Aufhebung ihrer Linearität, im Rewind kurzer Sequenzen, erste Irritationen und mithin Ablösungen von vertrauten Wahrnehmungsmustern erfahren. Ablösungen, wie sie auch für die Narrationsstruktur dieser Arbeit, die sich in der Folge auf eine junge Joggerin konzentriert, prägend sind.

Dieser Frau – Marcin selbst – folgt der Betrachter auf ihrem Weg, der sie vom Hafen in einen Park, 'das Labyrinth des Gedächtnis und der kulturellen Strukturen', führt. Ebendort, gleichsam im Widerstreit zur diskursiven Etikettierung, spaltet sich eine vorrangig körperlich erotisch orientierte Fantasiewelt ab, stimuliert durch die Schönheit des Tages und den – explizit formulierten – Versuch, der rationalen Domestizierung von Natur diese Natur selbst entgegenzusetzen. Was die Frau auf ihrem weiteren Weg durch die Stadt und in die Nacht hinein immer tiefer in einen assoziativen Fluss von Gedanken und Fantasien führt.

Marcins Arbeit artikuliert den Aufbruch und den Freilauf grundlegender Bedürfnisse des Menschen. Diese vermögen sich, evoziert durch den Rhythmus des Lebens selbst, der wiederum im Laufen und im Pulsieren des Blutes – zugleich Impulsgeber des Eros – angeregt wird, aus der Hyperzivilisierung der Welt abzulösen und eine zumindest temporäre Glückseligkeit des Ich hervorzurufen.

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