OPHELIA

Live Performance + Video Sculpture (rendering)

2017/2019

OPHELIA is an architectural live performance and video sculpture, focusing on the human destruction of the biosphere. OPHELIA will take place over a two-year tour (2017 - 2019) of solo exhibitions (Miami - NYC – San Francisco – Santa Cruz – Berlin – Stuttgart – Cologne - Rome) conceived and led by artist Nadja Verena Marcin in collaboration with Franklin Furnace, local curators/producers, galleries, museums and several Goethe Institutes. The project merges body art, science and technology, lays out relationships between the Anthropocene age and gender inequality, and speaks to the democratizing potential of the meme of historical icons including “Ophelia” (John Everett Millais, 1852), “Three Ball Total Equilibrium Tank” (Jeff Koons, 1985), and text from “The Werld” (Daniil Kharms, 1939).

La Mujer II

14.17 min
Live Performance
4th Festival de Cimientos
Casa de Mayorazgo, Cochabamba
2016

Auf einer Reise durch die Chapare Region wird Marcin Zeugin eines tragisches Ereignisses: Eine Frau liegt nackt, ausgestreckt, ermordet auf den Steinen unter einer Brücke Coni von einer Gruppe von Polizisten und Einheimische umzingelt. Während sich Marcin über das traumatische Erlebnis erkundigt, entdeckt sie die inliegende symbolische Kraft. Das Opfer eines Lynchakts, offenbar alltäglich in dieser ländlichen Gegend, wird zum Symbol für eine Gesellschaft, die ihr Mitgefühl verloren hat. In ‘La Mujer’ lässt Marcin das Bild der gefallene Frau in einer Live-Performance aufleben. Eine gigantische Skulptur in Form eines blassen Fraukörpers mit blutigen roten Flecken legt über den Innenhof des Goethe-Center ausgestreckt. Während der Performance steht Marcin auf der oberen, zweiten Ebene, steigt auf ein 13ft (4m) langes, dünnes Holzbrett in 16ft (5m) Höhe und zitiert Abstraktionen von Jelineks "Dornröschen". Der Text deutet auf die Mehrdeutigkeit von Emotionen hin, die von bewussten in unterbewusste und unbewusste Zustände übergehen. Selbst auf einem wackeligen Sprungbrett platziert verkörpert Marcin eine emotionale Verlorenheit, einen traumähnlichen Zustand, wo man anfällig für Risiko ist. Der Beton im Hof unten stellt die Wachheit darstellt. Der physischen Angst vom Stürzen wird durch den meditativen Akt des lauten Lesens ausgewichen, sowie durch die letztendliche Entfesselung zum Sprung. Mit dem Sprung trotzt Marcin der Angst vor dem Tod physisch und begibt sich mit einer Landung auf dem weichen Kissen der Skulptur in die Erdungskraft des Lebens. Diese Geste bezieht sich auf Zizeks Perspektive über die Externalisierung des inneren Lebens. „Das Unbewusste liegt draußen, nicht verborgen in irgendwelchen unergründlichen Tiefen.“ ( Zizek, Die Pest der Fantasie). Mit „La Mujer“ erliegt und überwindet die Künstlerin die symbolische Ordnung von Traum und Wachsein, Leben und Tod. Die Arbeit wurde mit der freundlichen Unterstützung des Goethe-Center Santa Cruz & der Galeria KIOSKO realisiert.

Ras Muhammad

2.26 min
Video Performance, 2 channel projection
Ras Muhammad, Sinai
2015

In Ras Muhammad erobert Marcin die Wüste und den Nationalpark Ras Muhammad über einen Bauchtanz. Der Park wurde gegründet, um die Natur gegen die Zersiedelung von Sharm el Sheikh und weitere touristischen Entwicklung der Küstengebiete zu schützen. Der Name bedeutet wörtlich "Mohammad's Kopf”, Kopf in diesem Fall bedeutet Landzunge. Es gibt ein Sprichwort in der Region, dass der Name entstand, weil die Seitenansicht der Kontur einer Klippe wie das Profil eines Mannes mit einer grossen Nase und bärtigem Kinn aussieht.In einem intensiven, fast schmerzhaften Bauchtanz auf einem entfernten Hügel zeigt sich Marcin in der sinnlichen, aber gefährlichen Umgebung der Wüste in ihrer Verwundbarkeit. Dennoch behält sie die volle Integrität über ihren Körper, der in einem leichten Bauchtanz Kostüm bekleidet ist. Der Tanz wird mit Bildern gegenübergestellt, die entlang des Sinai gesammelt wurden: Ein arabischer Mann und eine arabische Frau in Zeitlupe auf dem heißen Asphalt einer einsamen Straße, die zerkratzten politische Reklame für einen arabischen Herrscher, gestapelte Vasen am Strassenrand, eine öde Hotels Ruine namens Regina Sharm, ein Flugzeug im Himmel und das allgemeine Gefühl der Vergessen- und Verlassenheit. Der seltsamen Tanz evoziert ein Gefühl von Hoffnung in einer Atmosphäre von Stagnation. Das Video hat sich aus einer Kommission des Dortmunder Kunstverein, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl und Werkstatt Bleichhäuschen in Rheda entwickelt.

La Mujer

17.35 min
Live Performance
Goethe Center, Santa Cruz
2014

Auf einer Reise durch die Chapare Region wird Marcin Zeugin eines tragisches Ereignisses: Eine Frau liegt nackt, ausgestreckt, ermordet auf den Steinen unter einer Brücke Coni von einer Gruppe von Polizisten und Einheimische umzingelt. Während sich Marcin über das traumatische Erlebnis erkundigt, entdeckt sie die inliegende symbolische Kraft. Das Opfer eines Lynchakts, offenbar alltäglich in dieser ländlichen Gegend, wird zum Symbol für eine Gesellschaft, die ihr Mitgefühl verloren hat. In ‘La Mujer’ lässt Marcin das Bild der gefallene Frau in einer Live-Performance aufleben. Eine gigantische Skulptur in Form eines blassen Fraukörpers mit blutigen roten Flecken legt über den Innenhof des Goethe-Center ausgestreckt. Während der Performance steht Marcin auf der oberen, zweiten Ebene, steigt auf ein 13ft (4m) langes, dünnes Holzbrett in 16ft (5m) Höhe und zitiert Abstraktionen von Jelineks "Dornröschen". Der Text deutet auf die Mehrdeutigkeit von Emotionen hin, die von bewussten in unterbewusste und unbewusste Zustände übergehen. Selbst auf einem wackeligen Sprungbrett platziert verkörpert Marcin eine emotionale Verlorenheit, einen traumähnlichen Zustand, wo man anfällig für Risiko ist. Der Beton im Hof unten stellt die Wachheit darstellt. Der physischen Angst vom Stürzen wird durch den meditativen Akt des lauten Lesens ausgewichen, sowie durch die letztendliche Entfesselung zum Sprung. Mit dem Sprung trotzt Marcin der Angst vor dem Tod physisch und begibt sich mit einer Landung auf dem weichen Kissen der Skulptur in die Erdungskraft des Lebens. Diese Geste bezieht sich auf Zizeks Perspektive über die Externalisierung des inneren Lebens. „Das Unbewusste liegt draußen, nicht verborgen in irgendwelchen unergründlichen Tiefen.“ ( Zizek, Die Pest der Fantasie). Mit „La Mujer“ erliegt und überwindet die Künstlerin die symbolische Ordnung von Traum und Wachsein, Leben und Tod. Die Arbeit wurde mit der freundlichen Unterstützung des Goethe-Center Santa Cruz & der Galeria KIOSKO realisiert.

Zero Gravity

2:11 min
Video- Performance
Tampa, Fl
2013

Zero Gravity spielt auf die Kluft zwischen Geist und Körper an. Während einer Flugerfahrung in Schwerelosigkeit zitiert die Künstlerin aus Nietzsches berühmten Text ‘Gott ist tod’, überwältigt von dem physischen Einfluss der Endorphin Freigabe. In einem Zeitalter, dass zwischen der virtuellen Realität und physischen Existenz verloren schwankt, beleuchtet die Performance wie die Schwere des Geistes von einer physischen Umgebung aufgehoben und gleiches umgekehrt gelten kann. Marcin beschreibt den Zusammenhang und die Verbindung eher als eine Distanz. Gegensätzlich zur zeitgenössischen Wahrnehmung wird der Intellekt als Intuition und die Körperlichkeit als Kraft dargestellt. Die Emotionalität und Schwere des Textes kommt zum Ausdruck, gleichzeitig ist Marcin durch die Freisetzung von Endorphin gehindert, was sie als Metapher für den allgegenwärtigen Triumph der Gesellschaft des Spektakels (1967, Debord) sieht. Zero Gravity ist ein Kunstwerk, das das Publikum auf eine neue Ebene des Bewusstseins von Körper und Geist führt. Das Projekt wurde von der Non-Profit Organisation WARP Contemporary Art Platform in Sint Niklaas gesponsert und von Aurora Aerospace in Tampa unterstützt.

Nadja by Breton II

24.11 minLive Performance bei Middle Gate Geel '13Kunstenhuis Yellow Art, Geel
2013

In 'Nadja by Breton' spielt Marcin auf Breton’s berühmte Frauenfigur 'Nadja' und die sich dahinter verbergende Topografie der Begierde an. Während sie auf einer 12 m langen Holzkonstruktion zwischen zwei Bäumen balanciert, liesst sie eine Ecriture-automatique vor, die sich auf einen Spaziergang durch die Stadt New York und Entfremdungsgefühlen gegenüber eines öffentlichen Raums bezieht, der rein Konsum orientiert ist. Je näher Marcin der Mitte des Holzes rückt, desto instabiler und wackliger wird die Angelenheit und umso enormer eine Anspannung bei den Betrachtern. Schliesslich bricht die Konstruktion und Marcin landet auf einer überdimensionalen Stoffskulptur, die einen geringen Bereich des Bodens abdeckt. Marcin’s Performance wirft Fragen nach gesellschaftlicher Verständigung und Verantwortlichkeit gegenüber der Gestaltung des öffentlichen und sozialen Raumes als dem Leben immanentes Prinzip auf. 'Nadja By Breton II' wurde realisiert im Auftrag von Jan Hoet und Middlegate Geel'13.

Reise nach Ägypten

6 Stunden
Live Performance bei Action Manual Vol I & II
Dortmunder Kunstverein, Skulpturenmuseum Glaskasten, Schloss Rheda
Dortmund, Marl, Rheda
2012

Während sich die 6 Stunden Live-Performance ‚Reise nach Ägypten‘ in einem Bus entfaltete, wurden 40 Personen sowohl in die Ausstellungshallen des Dortmunder Kunstverein, als auch des Skulpturenmuseum Glaskasten und die Orangerie im Schloss Rheda geführt. Die Live-Performance ging zurück auf ein Erlebnis der Künstlerin im Jahr 2007, in dem sie allein auf eine Busfahrt in die Sinai Region ging, die erst ein Jahr zuvor bombardiert wurde. Der Titel bezieht sich auf das Kinderspiel ‚Reise nach Jerusalem‘ und dient als Erinnerung an die romantische Idee der Reise, die durch die aktuelle politische Lage des Sinai in Verruf geraten ist. Die Reise führte zu den Beduinen am Fuße des Sinai und von dort in die Bundesrepublik Deutschland, schließlich zu einem Schloss mit einer Prinzessin und Prinz. Die Performance reflektiert über psychologische Glaubensprozesse. Das Projekt wurde gefördert von dem Skulpturenmuseum Marl, der Werkstatt Bleichhäuschen und dem Dortmunder Kunstverein.

King Kong Theory

22.45 min
Live Performance
Momentum|Berlin, Kunstquartier Bethanien, Berlin
2012

Der Titel von Marcin’s neuer live Performance 'King Kong Theory' basiert auf dem Buch "King Kong Theory" der französischen Schriftstellerin und Feministin Virginie Despentes. Despentes wählt als Protagonistin die Weiblichkeit, die sich im Spannungsfeld zwischen inszenierter Wirklichkeit, gesteuerter Wahrnehmung und Selbstbehauptung bewegt. Es ist nicht gerichtet an 'die' Frau, denn die gibt es nicht, und die perfekte, medial herausgeputzte schon gar nicht, sie ist nur Kategorie. Es spricht die Vielfältigkeit und Einzigartigkeit an und wendet sich gegen unsere hartnäckig festsitzenden, definierten Rollen- und Klischeebilder, welche unser Alltagsbild bestimmen und unsere Wirklichkeit formen. King Kong, sozusagen gleichermaßen ihr Protagonist, verkörpert für sie einen natürlichen, idealen Ur-Zustand – weder Mensch noch Tier, männlich noch weiblich, gut noch böse – der sich erst durch den Akt der Domestizierung in das wahrhafte Biest verwandelt. In der ersten aus einer Trilogie von live Performances 'King Kong Theory' drückt Nadja Verena Marcin dieses spannungsvolle Moment von animalischer Einfachheit und zivilisierter Komplexität aus, ihre Skepsis gegenüber starren Kategorien. Sie selbst spielt eine Neuerfindung der Rolle von Ann Darrow, während King Kong in Gestalt einer für Marcin’s Arbeit charakteristischen Skulptur erscheint, von Marcin als 'Illusion' bezeichnet. Das ungemein wuchtig wirkende, entfernt an einen Gorilla erinnernde schwarze Gebilde im Gegensatz zu der zierlichen Frau transportieren die traditionelle Idee von Gut und Böse, jedoch ist die Brutalität des Original und die damit eingehende Machtkonstellation abwesend. Wie bei Despentes, sollen gängige, im Namen der Zivilisation gezeichnete Rollenbilder hinterfragt bzw. ausradiert werden. Denn hinter einer perfekt geordneten Fassade, wo alles seinen 'natürlichen' Platz hat, verbirgt sich ein starres Wert- und Normgebäude getragen von einer mangelhaften, gesellschaftliche Konstruktion. In der Interaktion mit dem vermeintlich menschenfressenden Biest hebt Marcin unsere dualistische Negativ-Positiv-Sichtweise hervor und demonstriert uns deren gefährliche und verletzende Absurdität. Text von Veit Rieber, Kunsthistoriker, Berlin

Love's Surrogates II

23:48 min
live Performance
Elizabeth Foundation for the Arts, New York
2010

Auf einer dekontextualisierten Kommode stehend, ein Artefakt von Privatsphäre, entfaltet Marcin eine Erzählung über die Kindheit ‘des Mädchen’, weisst auf die Achterbahn ihres Liebesleben, sowie Machtverhältnisse innerhalb ihrer Familie hin. Jede Sequenz findet eine humorvolle Interpunktion, als Marcin sich immer wieder von der Kommode über ein Mini-Trampolin auf den Bauch einer riesigen Skulptur (ein blaues Hund-ähnliches Tier) wirft, das in Rückenlage mit knorrigen Knien und Ellbogen da liegt. Im Anschluss nimmt Marcin einen Mann aus dem Publikum, ein konkretes Beispiel für die Interaktion 'des Mädchen', setzt ihn auf einen Stuhl und gibt ihm eine innige Umarmung. Die peinliche Mini-Romanze wird gelöst, als ein Tango Tänzer in die Szene tritt und sie auf einen dynamischen Tango inmitten des Publikums entführt. Durch die existentielle Selbstbefragung zeigt Marcin die ambivalente Welt der Emotionen von ihrer tragisch-komischen Seite. Und fordert den Betrachter auf, eine Position zu den Erlebnissen ‘des Mädchen’ zu beziehen.

Nadja by Breton

21.23 min
Live Performance
Fischer Landau Center, New York
2010

In der live Performance Nadja by Breton spielt Marcin an Breton’s Frauenfigur und die sich dahinter verbergende Topografie der Begierde an. Während sie auf einer 12 m langen Holzkonstruktion zwischen zwei Bäumen balanciert, liesst sie eine Ecriture-automatique vor, die sich auf einen Spaziergang durch die Stadt New York und Entfremdungsgefühle gegenüber eines öffentlichen Raumes, der nicht sozial aber lediglich Konsum orientiert ist. Je näher Marcin der Mitte des Holzes rückt, desto instabiler und wackliger wird die Angelenheit und umso enormer eine Anspannung bei den Betrachtern. Schliesslich bricht die Konstruktion und Marcin landet auf einer überdimensionalen Stoffskulptur, die einen geringen, mittleren Bereich des Bodens abgedeckt hat. Ein Unbeteiliger beginnt zu schreien: “Call 911. Call 911. Why is noone calling 911?” Marcin’s Performance wirft Fragen nach gesellschaftlicher Verständigung und Verantwortlichkeit gegenüber der Gestaltung des öffentlichen und sozialen Raumes als dem Leben immanentes Prinzip auf.

Are you lonesome tonight

3.37 min, HDV
Video/Performance
Polizeibar, Kaunas
2009

In 'Are you lonesome tonight' erscheint NVM in einer öffentlichen Bar von Kaunas in Litauen, die dem obersten Polizeikommissar von Kaunas gehört. Während die einen Auftritt von Elvis 'Jailhouse Rock' mimt, trägt sie nur ein Hand gemachtes Kostüm, das sich als Mischung einer deutschen Gymnastin und erotischen Dessous darstellt. Indem sie versucht in Interaktion mit den angetrunkenen Bargästen wie einer Gruppe von Schach spielenden älteren Männern oder einer Frau, die beginnt sich zu entkleiden, zu treten, wird die Bar zur Bühne ihrer eigenen Show transformiert. Marcin's Selbstverständlichkeit, mit der sie es schafft eine physische, energetische Präsenz zu kreieren, tritt in Konflikt mit der vorherrschenden Stagnation. Daraufhin ergibt sich ein Spannungsfeld, das eine Ambiguität zwischen dem Existenzrecht der alteingesessnen Charaktere und dem Eindringling entfaltet. Die unterschiedlichen Konzepte entfachen eine Interaktion und gleichzeitig einen gegenseitigen Angriff. Im Mittelpunkt dessen drängt sich die absurde Frage, ob Elvis zeitgenössisch sein kann oder nicht. Marcin entwirft eine Karikatur der Widersprüchlichkeit innerhalb der junge, provokative, post-feministische Attitüde und zugleich über des Stigma der Unbeweglichkeit einer älteren Generation. Das Projekt wurde von TEXTILE'09- Kaunas Biennale gefördert.

Fall and Rise of a Fish

9.26 min, HDV
Video/Performance
Kindl Brauerei, Berlin
2008

In 'Fall and Rise of a Fish' dienen der Fisch und das ihn lebensnotwendig umgebende Wasser als Metapher für die Abhängigkeit des (menschlichen) Lebens von seiner Umgebung sowie von der Willkür der Stärkeren bzw. der Natur. Subtil und eindrucksvoll werden hier aktuelle Probleme wie die Frage nach unabhängigem Lebensraum, Terrorismus und gesellschaftliche Rituale behandelt. Gleichzeitig thematisiert 'Fall and Rise of a Fish' die Medienabhängigkeit allgemeingesellschaftlicher Bilder sowie die Blicksituation des Betrachters. Moderne Themen wie Macht und Glauben, die Frage nach Individualität, das Denkbild Inszenierung versus Realität sowie die Wahrnehmung menschlicher Interaktion werden zeitgenössischen Fragestellungen unterworfen. (Susanne Husse, Kuratorin von 'Aquatieramento', Berlin, 2008)

Singing in the rain

4.22 min, HDV
Video/Performance
Park der Bibliothek, Los Angeles
2009

In der magischen Morgenstunde von L.A., erscheint eine Frauenfigur im verlassenen Stadtzentrum, die nichts als ein Kostüm aus hautfarbener Strumpfhose, Unterwäsche und einen handgefertigten BH mit ausgestopften Brüsten trägt. Während sie beginnt den berühmte Tanz von Gene Kelly aus 'Singing in the rain' zu wiederholen, finden seine männlichen Bewegungen Verwirklichung in ihrer Improvisation. Mangels des Regen im Mittelpunkt der ursprünglichen Szene, der als eine Katharsis und Erleichterung dient, verfolgt sie den Tapdance auf den Stufen eines Springbrunnes, schliesslich macht sie einen großen Satz in ein tieferes Wasserbasin. Die andauernde Bewegung mit der Autonomie eines Kinderspieles oder einer nicht öffentlichen Übung wird durch die starke Anwesenheit von Melancholie begleitet. Die Identität der Person verbergend, reduziert die Nacktheit des Kostüms sie auf die Stereotypie ihres Geschlecht. Im Gegensatz dazu offenbaren ihre plumpen und authentischen Bewegung einen Schönheitsfehler, der Persönlichkeit und Gestalt ofen legt. Das zweideutige Schauspiel von Marcins 'Singing in the rain' kehrt den Vordergrund zu einer unbehaglichen Unterhaltung um. (Greta Gesenberg, Kuratorin, Berlin)

From Hollywood to Buchenwald

21.49 min
Live Performance
Pawnshop Galerie, Los Angeles
2007

In 'From Hollywood to Buchenwald' erklärt die Performerin eine Geschichte über einen Ritt von Buchenwald nach Hollywood, unterdessen sitzt sie in einem kleinen, weißen Haus und wird live in den Hof übertragen. Während die Geschichte immer mehr surreales und traumartiges erhält, ist das Schlaraffenland plötzliche in Buchenwald und die Seele der Juden bitten um ihre Körper. Nahrung jagt uns. Schließlich verlässt die Performerin das Haus und beginnt, auf das Publikum einzuwirken. Sie fragt wiederholt nach 'Sind Sie ein Schauspieler?', 'Sind Sie ein Regisseur?', die einzelnen Personen mit dem Versuch konfrontierend, Ihnen näher zu kommen. Während das Geschichteerzählen auf Vortäuschung, Illusion und Nostalgie basiert, wird das Publikum in eine Darstellung zuerst eingeladen. Im zweiten Teil der Performance bricht die Performerin aus dem Rahmen mit Schritte über die Höflichkeitlinie und ‘attackiert’ das Publikum. Indem sie die Regeln aufstellt und dekonstruiert, bekommt die Tätigkeit eine Wirklichkeit und bedroht das Publikum. Marcin deutet auf die vage und gefährliche Linie zwischen Inszenierung, Wirkung und Realität.

Street

6.02 min, HDV
Video/Performance
Öffentlicher Raum, Berlin
2007

In 'Street' werden neun Performances in Guerilla- Aktionen im öffentlichen Raum von Berlin durchgeführt und durch Video und Photografie festgehalten. Die Performances beziehen sich auf die momentane und historische Bedeutung der Orte. Auszüge aus den Menschenrechten dienen als Legitimation der Handlungen, die Diskrepanz entsteht in den Augen des Betrachters.

Love Surrogates

28.35 min
Live Performance
Kunstakademie Münster, Münster
2007

In der Performance 'Love's Surrogates' steht Marcin auf einem Schrank inmitten des Foyer der Kunstakademie und sprint über ein Trampolin auf eine gigantische Skulptur. Zwischen den Sprüngen hält sie vor vier hundert Menschen eine Rede über die Kindheit eines Mädchens, die Machtstrukturen innerhalb der Familie aufgreift und die Schwierigkeiten des Mädchens mit dem Intimleben darstellt. Im Foyer entwickelt sich eine angespannte Atmosphere, die den Betrachter auffordert zu den Erfahrungen des Mädchens Position zu beziehen und somit Teil der Inszenierung zu werden.

Urlaub in Kakao

17.33 min
Live Performance
Cuba Kultur e.V., Münster
2006

Während die Performerin eine Geschichte von einem Strandurlaub in Portugal erzählt, beginnt sie ihr Kleid zu zerschneiden und sich mit Schokoladencreme einzuschmieren. Die Geschichte verbindet sie mit Überlegungen bezüglich des Älter werders. 'Warum will keiner mehr Kinder bekommen?' Dann wird es Winter und die Perfomerin bittet, das Publikum ein Weihnachtslied zu singen. Während eine Person mit Hollywoodschnee den Winter simulieren muss, spaziert sie durch die Landschaft und wiederholt: 'Im Schlaraffenland der Gefühle geniessen wir die wenigen Minuten des Nichtallein seins.'