How to Undress in Front of Your Husband

11.26 min, 4K digital cinemaVideo/FilmNew York, USA
2016

Die Video-Performance "How to Undress in Front of Your Husband" ist das Remake eines 1960er Jahre "How to" Videos und thematisiert die Gebote und Verbote des weiblichen Entkleiden. Das originale Video verkehrt diese triviale Aktion in eine Art von Leistung, die von der Frau unter einem autoritären männlichen Blick erbracht werden muss. Marcin stellt im Video bewusst alle Charaktere dar, um das ursprüngliche "erzieherische" Anliegen dieser Erzählung abzuändern und die Absurdität seiner Existenz in erster Linie hervorheben.

“From narrator to peeping Tom husband, from the perfect wife to the undesirable wife, I am bending my characters with signifiers such as simulation of clothing, demeanor and improvisation,” Marcin reveals. “At the core, I aim to express that the full world of gender and the breadth of its expression has the potential to exist within one person, and that person is also the almighty oppressor or oppressed—depending on how we want to see it.”

(A.Nunes, 'A Sexist 1960s Film Remake Rewrites Cinema History', VICE Creator's Project, Sep 2016)

Der Film wurde vom Foundation for Contemporary Arts Emergency Grant, New York gefördert.

TRIPLE F

12.18 min, 5K digital cinemaVideo/FilmRheda/ Dortmund/ Marl, Germany
2013

Als visuelle Hommage an die sinnliche Welt des 70ger Jahre Science-Fiction ist TRIPLE F eine Erzählung über Macht, Eifersucht und zwischenmenschlichen Krieg und spielt inmitten eines himmlischen Schlossgartens, apokalyptischer Betonarchitektur, sowie einer historischen Altstadt, die Königreiche der drei Herrscherinnen, die ihr Völker wie Puppenspieler in einen erbitterten Krieg lenken. Die Charaktäre des Film - von unterdrückten Wünschen gespickt - kontrollieren und vernichten die Gegner wie ihre eigenen Landsleute mit Besessenheit. Durch Parallelen zu der Arbeit des amerikanischen Filmemachers David Lynch, sowie des deutschen Filmemachers Christoph Schlingensief und mit dem fabelhaften Schaupsiel der Hauptdarstellerin-Musen Ela Paul (Unter Uns) und Denise M'Baye (Um Himmels Willen) unterläuft Marcin die melodramatische Erzählung mit einer subtile Ironie und beleuchtet Macht, Freiheit, Utopie und Konsum in einer post-sinnlichen Welt.

'Der Film, als eine Reflexion und Kritik einer hässlichen politischen und sozialen Dynamik, weist auf deren ungesunde Auswirkungen auf den menschlichen Geist und die Unvermeidlichkeit deren Mechanismen in einer Dienstleistungsgesellschaft der modernen Metropole.'

(S.Corona, 'The Art without Gravity', Wallstreet Magazin, Nov 2013)

Der Film wurde von Film- und Medienstiftung NRW, Düsseldorf gefördert.

//KIDS//

13.30 min, 4K
Video/Film
New York, USA
2012

Der Kurzfilm //KIDS// erzählt durch eine konzeptionelle Überarbeitung des Kultfilms 'Kids' (1995) das Zusammenspiel einer Gruppe Jugendlicher, den stufenlosen Übergang zwischen schockierenden Ritualen und deren Aneignung als Lebensstil.

Während ›Female‹ mit ihren Dämonen kämpft, machen sich ›Face‹ und ›Guy‹ auf den Weg, die unschuldige ›Virgin‹ in Zentrum Manhattans aufzusuchen. Im Washington Square Park treffen sie auf die ›Skater Boys‹ und die ›Skater Girls‹. Gemeinsam prügeln sie auf einen ›Mann im Park‹ ein; später amüsieren sie sich in einem Schwimmbad und auf einer Feier. Als ›Female‹ sie endlich findet, sind sie ›high‹, bereits eingeschlafen bzw. besinnungslos. Nur ›Face‹ ist wach und amüsiert sich mit ›Virgin‹. Ein plötzliches wie unerwartetes Ende stellt dabei die Sichtweise der RezipientInnen in Frage.

Durch die besondere Mischung aus Zitaten, Umkehrung, Ironie, zwielichtigen Verhaltensweisen und Übertreibungen erschafft Marcin eine Gesellschaft, in der das Wort 'KIDS' zur Beschreibung eines Zustand wird, in dem Konformität und Verantwortungslosigkeit vorherrschen und Gewissenhaftigkeit in Vergessenheit geraten ist. Gegenwärtige Phänomene wie der Jugendwahn, der manipulative Einfluss in medialen Darstellungen sowie die fortlaufende Globalisierung in einer verfremdeten und zweckentfremdeten Welt treten in Erscheinung.

Das Projekt wurde vom DAAD und dem Kultusministerium Nordrhein-Westfalens unterstützt.

(Sarah Corona, Independent Curator, Bologna/ NYC)

Hotel

12.00 min, HD
Video/Film
New York, USA
2010

Im Video ‘Hotel’ trifft Extentialismus auf Sinnlichkeit. Die Hotel-Managerin lädt vier Auszubildende in die Privatsphäre des Hotels ein, wo sie sich einer Reihe von theoretischen und praktischen Übungen, die an Body und Performance Art erinnern, unterziehen müssen.

Jeder Auszubildende wird bezüglich seiner Leistung und Bereitschaft, dem Glaubenssystem zu folgen, beurteilt. Der scheinbar gewöhnliche Kurzfilm manövriert in eine live Performance, in der der Drehort ‘Hotel’ als halb privater, halböffentlicher und halb individueller Raum zur Metapher für unsere Kultur wird: Eine Gesellschaft, die von Wettbewerb und kommerziellem Interesse geprägt ist. Unter ihrer Oberfläche: Ein Mangel an Identität, Individualismus und Motiv. Durch die Schaffung einer Reihe von ‘Personae’, der grenzenlos für diese System funktioneren, wird ein Vergleich mit psychologischen Mechanismen und Autoritäten in unserer Gesellschft gezogen.

Loss of hearing

13.37 min, DV Cam
Video/Film
Los Angeles, USA
2008

In 'Loss of hearing' werden die Spielorte nur durch den Sound und das Licht angedeutet. Die Narration steht exponiert im White Cube, stereotypische Erzählstränge deuten auf einen ironischen Unterton hin.

Die MANAGER FRAU fühlt sich ungeliebt und versucht die Kontrolle über den MANAGER MANN zu gewinnen. Der MANAGER MANN ist müde von diesen Machtspielen und flüchtet in Affairen. Während die jungen und ziellosen SCHWESTERN eine Surfkarriere planen und mit fragwürdigen SURFERN abhängen.

'Loss of hearing' kommentiert mit Karikatur, Provokation und Humor auf den Verlust von Gefühl und Sinn in den Produktionen der Massenmedien hinweist. Hinter diesem Level der Ironie eröffnet sich eine tief verankerte Romantik.

Sterben Lernen

12.24 min, HDV
Video/Film
Berlin, Deutschland
2007

Alle Szenen von 'Sterben Lernen' finden innerhalb der Räume des Kinos Babylon in Berlin statt. Durch die Beleuchtung, Improvisation und Choreografie werden die Strukturen des Kinos als eine Bühne für theatralische Szenen verwendet, die das Unheimliche in einen vertrauten Raum bringen.

Während ein Mädchen eine Odyssee von Begegnungen durchläuft, trifft sie den DJ, die Bande, die Vampire, die Dame, den Studenten und andere verführerische Charaktere innerhalb des Kinos. Inzwischen stellt der DJ, der sich auf dem oberen Niveau befindet, sie hin, einen kleine Busen zu haben, die Bande, die sich zwischen den Sitzen verbirgt, versucht, sie zu überfallen, gleichzeitig sehnen sich die Vampire danach, sie in der Hinterbühne zu infizieren. Anstelle zerstört zu werden, gewinnt das Mädchen anscheinend immer mehr Kraft mit jeder Erniedrigung und entwickelt sich zu einer witzigen und ruhigen Hauptfigur.

Alle Begegnungen sind von einer sexuellen und psychologischen Gewalt geprägt, die auf eine extrem surrealistische, groteske, dennoch authentische Weise dargestellt werden. Die hauchdünne Linie zwischen Wahrheit von Fakten, Subjektivität von Wahrnehmung, Schuldbewusstsein eines Opfers und Bereitschaft zur Selbstzerstörung bilden einen unbeantworteten Ankerpunkt, der den Zuschauer mit einem unbehaglichen Gefühl der Verstörung hinterlässt.

Als in Sciencefiction

6.34 min, HDV
Video/Film
Münster, Deutschland
2007

In 'Als in Sciencefiction' ist nichts was passiert lediglich fiktional. Performances, die von surrealen Elementen durchwoben sind, entwerfen ein fragmentraisches Skript.

Während eine junge Frau entspannt im Auto fährt und zu den Beatles singt, erfährt man von ihrer Ausdruckswelt. Plötzlich taucht die Mutter in einer Art Duellszene auf, die auf einem weiten Feld arrangiert ist. Danch befindet sich die junge Frau einsam in einer großen Stadt und beginnt ihre soziale Rolle mit dem Tänzer und dem Freund neu zu definieren.

In 'Als in Sciencefiction' werden Performance artige Szenen filmisch umgesetzt. Die Anderen wie die Mutter, der Tänzer, der Freund tauchen in den Fragmente auf. Inhaltlich verweist der Film auf typische Probleme des Erwachsen werdens, speziell auf die Thematik der Selbstbestimmung versus allgemeinen Rollenerwartungen vom Selbst oder von der persönlichen Umwelt.

Jogginggehenmusemassnahme

15.15 min, DV Cam
Video/Film
Genf, Schweiz
2006

Die 'Jogginggehenmusemassnahme' eröffnet mit Kameraschwenks über den Hafen von Genf. Der Blick streift über Szenen alltäglicher Betriebsamkeit, die allerdings in der Aufhebung ihrer Linearität, im Rewind kurzer Sequenzen, erste Irritationen und mithin Ablösungen von vertrauten Wahrnehmungsmustern erfahren. Ablösungen, wie sie auch für die Narrationsstruktur dieser Arbeit, die sich in der Folge auf eine junge Joggerin konzentriert, prägend sind.

Dieser Frau – Marcin selbst – folgt der Betrachter auf ihrem Weg, der sie vom Hafen in einen Park, 'das Labyrinth des Gedächtnis und der kulturellen Strukturen', führt. Ebendort, gleichsam im Widerstreit zur diskursiven Etikettierung, spaltet sich eine vorrangig körperlich erotisch orientierte Fantasiewelt ab, stimuliert durch die Schönheit des Tages und den – explizit formulierten – Versuch, der rationalen Domestizierung von Natur diese Natur selbst entgegenzusetzen. Was die Frau auf ihrem weiteren Weg durch die Stadt und in die Nacht hinein immer tiefer in einen assoziativen Fluss von Gedanken und Fantasien führt.

Marcins Arbeit artikuliert den Aufbruch und den Freilauf grundlegender Bedürfnisse des Menschen. Diese vermögen sich, evoziert durch den Rhythmus des Lebens selbst, der wiederum im Laufen und im Pulsieren des Blutes – zugleich Impulsgeber des Eros – angeregt wird, aus der Hyperzivilisierung der Welt abzulösen und eine zumindest temporäre Glückseligkeit des Ich hervorzurufen.

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Miss Ion Troja X

8.19 min, Mini DV
Video/Film
Wendover, USA
2006

Eine junge Frau trifft auf drei junge Männer in der Wüste, mit unterschiedlicher Motivation gehen sie gemeinsam auf eine Wanderung. Ihr Ziel ist es 'Miss Ion Troja X' zu finden.

Der Nicht-Ort Wüste wird zur Metapher eines Lebensspielraums und deutet die Relativität von Möglichkeit, Wahl und Handlung des Individuums an.

Königskinder

19.23 min, DV Cam
Video/Film
Abendsberg, Deutschland
2005

In 'Königskinder' begegnen wir Prinzessin Nanabe und Prinz Rudolpho, die im Märchenland auf der Suche nach sich selbst sind. Während Prinzessin Nanabe auszieht, um einen Prinzen zu suchen, befindet sich Rudolpho als Bär verhext im Abendland, wo die Leute ihn in einen Käfig sperren.

Der surreale Film setzt Assoziationen eines modernen Pop Märchens frei. Die Dialoge hingegen sind derart eigenwillig, dass sie an ein inneres Tagebuch erinnern. Die bizarre Wunschwelt bezieht einen Vergleich zur Identitäts- und Findungsphase in der modernen Welt, die ebenso wie die des Märchens durch eine vorherrschende Struktur und deren Zwänge geprägt ist.